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Beratung und Weiterbildung für Fachkräfte
Fachkräfte der öffentlichen Jugendhilfe sollten allgemein befähigt sein Kindeswohlgefährdungen zu erkennen. Ungeachtet dessen fordert der Gesetzgeber dazu auf „das Gefährdungsrisiko im Zusammenwirken mehrere Fachkräfte“ einzuschätzen (§ 8a Abs. 1 SGB VIII). Die Jugendämter halten heute vor dem Hintergrund des Kinderschutzes sog. insoweit erfahrene Fachkräfte vor (in §§ 8a und 8b SGB VIII festgelegte Bezeichnung). Diese Personen werden auch als Kinderschutzfachkraft oder IeF bezeichnet. Sie beraten Dritte bei der Einschätzung des Gefährdungsrisikos im Kontext einer vermuteten Kindeswohlgefährdung.

Insbesondere Freie Träger der Jugendhilfe sind aufgefordert eine Kinderschutzfachkraft hinzuzuziehen (§ 8a Abs. 4 Nr. 2 SGB VIII), haben also auch Anspruch auf Beratung durch diese. Weiter haben sie einen Anspruch auf fachliche Unterstützung bei der Entwicklung geeigneter Abläufe und Leitlinien in ihren Einrichtungen: „Träger von Einrichtungen, in denen sich Kinder oder Jugendliche ganztägig oder für einen Teil des Tages aufhalten oder in denen sie Unterkunft erhalten, und die zuständigen Leistungsträger, haben gegenüber dem Träger der überörtlichen Jugendhilfe Anspruch auf Beratung bei der Entwicklung und Anwendung fachlicher Handlungsleitlinien...“ (§ 8b Abs. 2 SGB VIII).

Berufsgruppen außerhalb der Jugendhilfe können in der Regel nicht sachgerecht einschätzen, welche pädagogische Hilfe im Einzelfall zu empfehlen ist. Von ihnen kann deshalb nicht ohne Weiteres erwartet werden, dass sie die Verpflichtung zum Kinderschutz (Gefährdungseinschätzung für das Kind unter Beteiligung der Betroffenen) ohne fachliche Beratung erfüllen können. Sie haben deshalb einen Anspruch auf Beratung durch das Jugendamt: „Personen, die beruflich in Kontakt mit Kindern oder Jugendlichen stehen, haben bei der Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung im Einzelfall gegenüber dem öffentlichen Träger der Jugendhilfe Anspruch auf Beratung durch eine insoweit erfahrene Fachkraft“ (§ 8b Abs. 1 SGB VIII). Das Jugendamt ist seinerseits verpflichtet, diesen Anspruch zu erfüllen (§ 8b SBG VIII).

Bei Beratung im Bereich der Kindeswohlgefährdung geht es nicht um eine punktuelle Beurteilung einer isolierten Fragestellung (ist das Kind gefährdet oder nicht), sondern um einen schwierigen und anspruchsvollen Beratungsprozess. Es geht um kooperativen Kinderschutz, um das Zusammenwirken von Institutionen. Beratung ist also ohne Kenntnis der regional vorhandenen Hilfesysteme nicht möglich und der Beratungsprozess ist unvollständig, wenn diese in ihm keine Rolle spielen.

Seit der Einführung des Gesetzes zur Kommunikation und Information im Kinderschutz (KKG) im Jahr 2012 sind zahlreiche Netzwerke und Weiterbildungsangebote entstanden, die mit Hilfe einer Recherche im Internet leicht zu finden sind. Die örtlichen Jugendämter geben zu Weiterbildungsmöglichkeiten Auskunft.

Ansprechpartner / Beratung für Fachkräfte in Ihrer Nähe anzeigen.

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Fraueninformationszentrum (FIZ) |Fachberatungsstelle bei sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt des Vereins Pfiffigunde e. V.|Autonomes Frauenhaus Heidelberg
Schwerpunkte: Trennung / Scheidung; Kosten: unbekannt|Schwerpunkte: Psychische Gesundheit; Kosten: eventuell|Schwerpunkte: Körperliche Gesundheit, Psychische Gesundheit, Eltern-Kind-Beziehung, Trennung / Scheidung, Wirtschaftliche Situation; Kosten: ja
68167 Mannheim|74076 Heilbronn|69013 Heidelberg
Deutschland|Deutschland|Deutschland
www.frauenhaus-fiz.de|info@pfiffigunde-hn.de|frauenhaus@fhf-heidelberg.de
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