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Psychische Misshandlung
Psychische Misshandlung sind Handlungen oder Unterlassungen überlegener Erwachsener gegenüber Kindern. Diese bereiten den Kindern stark negative Gefühle mit der Folge einer erheblichen Beeinträchtigung der psychischen, mitunter aber auch der körperlichen, Entwicklung. Seelische Misshandlungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind ebenso wie körperliche Misshandlungen unzulässig (§ 1631 Abs. 2 BGB).

Folgende Handlungen von Erwachsenen können Merkmale einer psychischen Misshandlung sein:
  • Verweigerung emotionaler Zuwendung oder die
  • aktive Zurückweisung des Kindes (z. B. das Kind zum Sündenbock machen oder Hilfe verweigern). Weiter Handlungen sind beispielsweise das
  • Herabsetzen (z. B. Kränken, öffentliches Demütigen),
  • Terrorisieren (z. B. das Kind in extreme Angst versetzen),
  • Isolieren (z. B. in den Keller sperren, abnorm langen Hausarrest verhängen),
  • Korrumpieren (z. B. das Kind zu kriminellen Handlungen, Drogenmissbrauch oder rassistischen Überzeugungen verleiten) oder
  • Ausbeuten des Kindes (z. B. das Kind als Arbeitskraft oder Eltern- / Partnersatz einsetzen, es für Pornografie oder Prostitution ausnutzen). Ein Kind wird auch psychisch misshandelt, wenn es die
  • Gewaltanwendung gegen einen Elternteil durch den Partner erleben muss, ohne selbst angegriffen zu werden.
Daraus können sich Auffälligkeiten ergeben in der Interaktion, der emotionalen Entwicklung oder dem Verhalten. Im Jugendalter kommen häufig Depressionen, eine Tendenz zur Straffälligkeit, Missbrauch legaler und illegaler Drogen oder eine erhöhte Selbstverletzungs- und Suizidneigung hinzu. Hinweise: Das Kind zeigt im Umgang (in der Interaktion) mit anderen Menschen z. B. eine verstärkte Aufmerksamkeit für mögliche Gefahren oder ein erstarrtes Lächeln. Zudem kann das Kind einen unangemessenen Umgang mit Nähe und Distanz zeigen, durch sehr distanziertes oder distanzloses Verhalten. Auffälligkeiten in der emotionalen Entwicklung können sich durch tiefgreifenden Vertrauensverlust, widersprüchliches (ambivalentes) Verhalten gegenüber den Eltern, Bindungsunfähigkeit oder ausgeprägte Ängste zeigen. Auffälligkeiten im Verhalten des Kindes können extreme Aggressivität, Hyperaktivität, Impulsivität, Leistungsstörungen und Leistungsabfall oder sozialer Rückzug aus dem Freundeskreis (Peergroup) sein.

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