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Körperliche Misshandlung
Eine körperliche Misshandlung liegt vor, wenn es einen nicht zufälligen, eindeutigen Vorfall gibt, bei dem ein Kind von einem im Haushalt lebenden Erwachsenen verletzt worden ist. Das Ausmaß der Verletzung bedarf dabei entweder einer ärztlichen Behandlung (medizinisch relevant) oder stellt eine abnorme Form der Gewalt dar. Werden Kinder von anderen verletzt (z. B. von Mitschülern oder anderen Erwachsenen), ist es Aufgabe der Eltern ihre Kinder zu schützen und, falls notwendig, Hilfe zu holen. Grundsätzlich hat jedes Kind ein Recht auf gewaltfreie Erziehung (§ 1631 Abs. 2 BGB).

Typische Verletzungen von Opfern körperlicher Misshandlung sind:
  • verheilte und neue Blutergüsse z. B. am Oberschenkel und Oberarm, Kopfbereich und Rücken, Gesäß-, Genital-, Brust- oder Bauchbereich. Aber auch
  • Verletzungen an anderen Körperstellen, die aus der Krankengeschichte nicht eindeutig zu erklären sind, wie z. B. Verbrennungen, Verbrühungen, Stichverletzungen,
  • Schütteltraumata, Hirnschädigungen oder Behinderungen, können Folge einer körperliche Misshandlung sein.
 Aber auch das Verhalten der Eltern kann Hinweise auf eine körperliche Misshandlung geben:
  • Verzögertes Aufsuchen von Ärzten bei schweren Verletzungen,
  • fehlende, vage, unklare, wechselnde Erklärung für die Verletzungen,
  • häufiger Wechsel der medizinischen Betreuung des Kindes.
Verletzungen sind oft verschiedenen Alters. Manchmal gibt es Hinweise vom Kind selbst oder von Drittpersonen hinsichtlich des Unfallhergangs.

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