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Körperliche Eingriffe
Eltern obliegt es als gesetzliche Vertreter Entscheidungen für ihr Kind zu treffen, insbesondere in körperliche Eingriffe einzuwilligen (oder diese zu initiieren). Diese müssen jedoch immer dem Kindeswohl dienen und nicht etwa dem Elterninteresse.

Die Entscheidung über die Beschneidungen von Jungen (chirurgische Entfernung bzw. das Einschneiden der Vorhaut) ist Teil der Personensorge. Sie ist jedoch nur zulässig, wenn das Kindeswohl hierdurch nicht gefährdet wird (§ 1631 d BGB). Die Beschneidung von Mädchen (Verstümmelung weiblicher Genitalien) ist strafbar (§ 226 a StGB).

Eine Schönheitsoperation ist ein körperlicher Eingriff, der oftmals ohne medizinische Notwendigkeit erfolgt. An dieser Stelle ist eine umfassende Aufklärung über gesetzliche Richtlinien und medizinische Nebenwirkungen unerlässlich, um Kinder und Jugendliche vor unbedachten Handlungen zu schützen. Derzeit gibt es Vorstöße ästhetischen Eingriff ohne medizinische Indikation für Kinder und Jugendliche gesetzlich zu verbieten.

Immer häufiger wird auch in Frage gestellt, ob es zulässig ist bereits Kleinstkindern Ohrringe stechen zu lassen. Medizinische Indikationen wird es dafür in der Regel keine geben; damit einhergehende Gefährdungen haben die Eltern zu verantworten.

Sterilisation von Kindern ist gesetzlich verboten. D. h. in eine Sterilisation können weder das Kind, der Jugendliche, noch die Eltern / Vormund / Pfleger einwilligen.

Jeder legale Schwangerschaftsabbruch bedarf einer Einwilligung, um straffrei zu sein.

Der Abbruch einer Schwangerschaft ist in Deutschland unter folgenden Voraussetzungen straffrei (§ 218 StGB):
  • nach Beratung: Eine Bescheinigung über ein Beratungsgespräch bei einer der anerkannten Beratungsstelle ist notwendig, der Eingriff darf dann frühestens am vierten Tag nach der abgeschlossenen Beratung vorgenommen werden.
  • bei einer medizinischen Indikation, d.h. wenn die körperliche und / oder seelische Gesundheit der Schwangeren durch die Schwangerschaft gefährdet ist
  • bei einer kriminologischen Indikation (z. B. Schwangerschaft ist Folge einer Sexualstraftat). Hierbei ist eine ärztliche Untersuchung und Bescheinigung notwendig, welche die Straftat als wahrscheinliche Ursache für die Schwangerschaft bestätigt.
In allen drei Fällen gilt: Die Schwangere muss mit dem Schwangerschaftsabbruch einverstanden sein, die Durchführung muss fristgerecht durch eine Ärztin / einen Arzt, der eine Nachsorge garantiert, verrichtet werden. Bei einwilligungsunfähigen Minderjährigen müssen die Eltern stellvertretend für ihre Tochter einwilligen. Sowohl das Einwilligen als auch die Versagung der Einwilligung können eine Kindeswohlgefährdungen sein.

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