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Warnen vor Gefährdung
Da im Grundgesetz nicht nur die Pflicht, sondern auch das Recht der Eltern verankert ist, für ihre Kinder zu sorgen, muss ihnen in der Regel die Gelegenheit gegeben werden, selbst Abhilfe zu schaffen. Dabei sind sie zu unterstützen. Scheint die Abwendung der Gefährdung jedoch erfolglos (weil die Eltern dies nicht können oder wollen) wird ein Tätigwerden des Jugendamtes erforderlich. Für freie Träger oder die mit jungen Menschen beruflich Tätigen gilt es dann, das Jugendamt zu informieren (§ 4 Abs. 3 KKG). Diese Berufsgeheimnisträger sind in letzter Konsequenz zu einer Mitteilung an das Jugendamt berechtigt (nicht verpflichtet), wenn die Gefährdung nicht abgewendet werden kann und die Mitteilung erforderlich ist. Internationale Erfahrungen zeigen, dass mit einer Befugnis zu verantwortungsvollen Weitergabe von Daten bessere Ergebnisse erzielt werden als mit einer Verpflichtungsnorm, die einen „Meldeautomatismus“ mit sich bringen würde.

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