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Sexueller Missbrauch von Kindern
Kinder müssen vor sexuellen Übergriffen geschützt werden. Sie haben das Recht auf eine unbeschwerte und ungestörte Entfaltung ihrer Sexualität und Entwicklung ihrer sexuellen Selbstbestimmung. Sexuelle Handlungen mit Kindern unter 14 Jahren sind deshalb strafbar.

Überproportional häufig sind Kinder mit Behinderung von sexuellem Missbrauch betroffen. Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen benötigen eine besondere Betreuung, sie sind auf die Pflege und Zuwendung Erwachsener angewiesen. Dadurch sind sie besonders gefährdet, Opfer von sexuellem Missbrauch zu werden. Dies wurde durch eine vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebenen Studie zu Gewalt gegen Frauen mit Behinderung (Bielefelder Studie 2011) belegt. Kinder mit Behinderungen leben oft in Heimen. Sie erleben häufig Grenzüberschreitungen, insbesondere im Rahmen der Pflege.

Zum sexuellen Missbrauch gehören:
  • sexuelle Handlungen mit Körperkontakt,
  • sexuelle Handlungen ohne Körperkontakt,
  • das Anbieten von Kindern,
  • das Verabreden zu sexuellem Missbrauch.
Um schweren sexuellen Missbrauch handelt es sich, wenn es zum Beischlaf einer Person über 18 mit einer Person unter 14 Jahren kommt, die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird oder wenn infolge der Tat schwere Folgen für das Kind zu befürchten sind.

Sexueller Missbrauch unterscheidet sich von bloßen Grenzüberschreitungen (Verhalten oder Handlungen – auch unabsichtliche, die die persönliche Grenze eines Kindes überschreiten und ihm unangenehm sind). Sexuelle Übergriffe sind charakterisiert durch ihre sexuelle Absicht, Massivität und Häufigkeit.

Wir verweisen auf die Website des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs als zentrales Informationsportal für das Themenfeld des sexuellen Kindesmissbrauchs in der Bundesrepublik Deutschland. Das Portal bietet zahlreiche Informationen und Hilfestellungen für Betroffene, Angehörige, Fachkräfte und Interessierte.

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