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Gefährdung des Kindes durch körperliche Eingriffe
Als Eltern sind Sie gesetzlicher Vertreter Ihres minderjährigen Kindes. Damit veranlassen Sie körperliche Eingriffe – wie z. B. Operationen – bzw. treffen Entscheidungen, ob diese stattfinden dürfen oder nicht. Körperliche Eingriffe müssen immer dem Kindeswohl dienen und nicht etwa dem Elterninteresse.

Die Entscheidung über die Beschneidungen von Jungen (chirurgische Entfernung bzw. das Einschneiden der Vorhaut) ist Teil der Personensorge. Sie ist jedoch nur zulässig, wenn das Kindeswohl hierdurch nicht gefährdet wird. Die Beschneidung von Mädchen, d. h. die Verstümmelung weiblicher Genitalien, ist hingegen immer strafbar.

Eine Schönheitsoperation ist ein körperlicher Eingriff, der oftmals ohne medizinische Notwendigkeit erfolgt. Als Eltern sollten Sie Ihr Kind vor unbedachten Handlungen schützen. Derzeit gibt es Vorstöße ästhetische Eingriffe ohne medizinische Indikation für Kinder und Jugendliche gesetzlich zu verbieten. Immer häufiger wird auch in Frage gestellt, ob es zulässig ist bereits Kleinstkindern Ohrringe stechen zu lassen. Medizinische Indikationen wird es dafür in der Regel keine geben; damit einhergehende Gefährdungen haben die Eltern zu verantworten.

Sollte Ihre minderjährige Tochter schwanger sein, so ist möglicherweise eine Entscheidung über einen Schwangerschaftsabbruch zu treffen. Jeder legale Schwangerschaftsabbruch bedarf einer Einwilligung der Schwangeren, um straffrei zu sein. Bei einwilligungsunfähigen Minderjährigen müssen die Eltern stellvertretend für ihre Tochter einwilligen. Sowohl das Einwilligen als auch die Versagung der Einwilligung können eine Kindeswohlgefährdung darstellen. Der Abbruch einer Schwangerschaft ist in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen straffrei. Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite Familienplanung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Die Sterilisationen von Kindern ist gesetzlich verboten.

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