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Elternstreit kann Kindern schaden
Bei getrenntlebenden oder geschiedenen Eltern entstehen oftmals Streitigkeiten. Im Interesse der Kinder appelliert der Gesetzgeber an Eltern die Elterliche Sorge im gegenseitigen Einvernehmen zum Wohl des Kindes auszuüben (Einvernehmlichkeitsprinzip). Bei Meinungsverschiedenheiten müssen Sie versuchen sich zu einigen. Einvernehmliche Entscheidungen sind für Kinder das Beste und bringen die geringste Belastung mit sich.

Die Kinder leiden meist sehr unter dem Streiten der Eltern. Oft meinen sie Position beziehen zu müssen. Dies umso mehr, wenn streitende Eltern vor dem Kind schlecht über den andere Elternteil sprechen. Wird von den Kindern gar erwartet, dass sie bedingungslos die Gedanken und Gefühle des einen Elternteils übernehmen und beispielsweise kein Verständnis oder kein Interesse mehr für den anderen Elternteil zeigen, kann dies eine Gefahr für deren psychisches Wohl darstellen.

Die Manipulation eines Kindes kann von gelegentlichen negativen Kommentaren über den anderen Elternteil bis hin zur schwersten Manipulation, z. B. zur Verweigerung des Umgangs mit wichtigen Bezugspersonen, führen. Eine schwere Manipulation kann Kindesmisshandlung sein. Aus diesem Grund müssen Sie die gesetzliche Wohlverhaltensvorschrift beachten, nach der Eltern alles zu unterlassen haben, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Bitte beachten Sie, dass gezielte Einflussnahme zur Umgangsverweigerung die Wohlverhaltensvorschrift verletzt und als eingeschränkte Erziehungsfähigkeit des beeinflussenden Elternteils aufgefasst werden kann.

Zum Wohl des Kindes gehört nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) der Umgang mit beiden Elternteilen. Gleiches gilt für den Umgang mit anderen Personen, zu denen das Kind Bindungen besitzt, wenn ihre Aufrechterhaltung für seine Entwicklung förderlich ist. Der Kreis der Umgangsberechtigten umfasst somit auch die Großeltern, Geschwister, Stiefeltern, frühere Pflegeeltern und andere Bezugspersonen. Das Kind hat einen Anspruch auf Umgang mit beiden Elternteilen sowie weiteren Bezugspersonen. Dabei gilt es den Willen des Kindes, d. h. dessen Recht auf altersgemäße Selbstbestimmung, zu beachten.

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