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Wenn die Nerven blank liegen
Der Gesetzgeber versteht unter Kindesmisshandlung das dem Kind absichtliche Zufügen einer körperlichen und / oder seelischen Schädigung durch einen dem Haushalt angehörigen Erwachsenen. Diese Schädigung kann zu Verletzungen, Entwicklungshemmungen oder zum Tod führen.

Verschiedene Gegebenheiten, Lebensereignisse und Lebenskrisen bedeuten eine besondere Herausforderung für Familien. Je nachdem, welche Möglichkeiten der Familie zur Bewältigung dieser Belastungen zur Verfügung stehen, können diese Gegebenheiten Gewalt innerhalb der Familie und gegen die Kinder begünstigen.

Zu den belastenden Situationen gehören beispielsweise auf Seiten der Kinder eine Frühgeburt, eine Behinderung oder Missbildung des Kindes, ein „Schrei-Baby“ oder Verhaltensauffälligkeiten. Dies kann Eltern an die Grenze der Belastbarkeit bringen. Sofern durch die Familie oder Verwandte keine Unterstützung erfolgt oder erfolgen kann, sind Hilfen von außen sinnvoll.

Auch die Eltern können durch verschiedene Konstellationen zum Risiko für die Kinder werden. Psychische Probleme und Erkrankungen (z. B. Depressionen), Alkohol-, Medikamentenmissbrauch und andere Suchtprobleme, finanzielle Schwierigkeiten, Paarkonflikte, Arbeitslosigkeit begünstigen Gewalt innerhalb der Familie und gegen Kinder. Frühe Elternschaft, selbst erlebte Misshandlung, geistige Einschränkungen und Behinderungen oder besondere religiöse Vorstellungen können das Risiko einer Misshandlung weiter erhöhen.

Eltern in Schwierigkeiten haben Anspruch auf Hilfen. In Beratungsstellen oder bei Ihrem Jugendamt können Sie sich über die verschiedenen Möglichkeiten informieren.

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