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Wer hilft bei Schwierigkeiten?
Wenn Eltern Schwierigkeiten haben ihren Sorgepflichten nachzukommen oder bei Problemen mit den Kindern, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten sich zu informieren und Hilfe zu bekommen.

Telefonische Beratung: Das Elterntelefon, Telefonnummer 0800-1110550 ist ein bundesweites telefonisches Gesprächs-, Beratungs- und Informationsangebot, das Sie in den oft schwierigen Fragen der Erziehung Ihrer Kinder schnell, kompetent und anonym unterstützt.

Onlineberatung: Die Onlineberatung der Bundeserziehungskonferenz (BKE) steht Ihnen kostenlos und rund um die Uhr zur Verfügung. Erziehungsthemen können einzeln oder in Gruppen mit Experten diskutiert werden.

Beratung vor Ort: Weitere Anlaufstellen sind die Erziehungsberatungsstellen und das in Ihrer Stadt oder Ihrem Landkreis ansässige Jugendamt.

Neben den Möglichkeiten sich beraten zu lassen, stehen für Familien mit Schwierigkeiten ganz konkrete Hilfen zur Verfügung: Grundsätzlich ist es die Aufgabe der Jugendhilfe Familien, Kinder und Jugendliche in schwierigen Situationen beizustehen. Die Jugendhilfe hat das primäre Anliegen Eltern bei der Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber dem Kind zu unterstützen.

Die Basis der Versorgung durch die Jugendhilfe bilden Angebote an alle Eltern. Angebote an alle Eltern beinhalten z. B. Beratung in Erziehungsfragen, Sorge-, Umgangs- und Unterhaltsfragen aber auch Betreuungsangebote, wie Kita und Hort. Diese Angebote werden regional vom zuständigen Jugendamt koordiniert. Dort erhalten Sie Informationen über das regionale Jugendhilfeangebot.

Wenn Familien, Eltern, Kinder oder Jugendliche Schwierigkeiten haben, die sie ohne Hilfe nicht bewältigen können, haben Eltern in diesen Situationen einen Rechtsanspruch auf Unterstützung. Es gibt verschiedene Hilfen, die beim Jugendamt beantragt werden müssen. Diese präventiven Angebote an Eltern, die Schwierigkeiten haben ihren Sorgepflichten gerecht zu werden, sollen beginnende Erziehungs- und Versorgungskrisen oder andere Fehlentwicklungen abwenden. Lassen Sie sich dazu bitte beraten oder fragen Sie bei Ihrem Jugendamt nach.

Sollte es noch größere Schwierigkeiten geben, so dass Sie als Eltern das unbeschadete Aufwachsen des Kindes aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr gewährleisten können, muss das Jugendamt Ihnen geeignete und notwendige Hilfen anbieten. Diese Hilfen sollen Sie unterstützen mit der akuten Situation umzugehen und die Situation in Zukunft selbst zu bewältigen.

Ein Eingriff in die Elterliche Sorge (Sorgerecht) erfolgt erst auf der letzten Eskalationsstufe, wenn Eltern nicht bereit oder nicht in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden und nicht kooperationsbereit sind. Dann muss das Familiengericht eingeschaltet und das Kind ggf. der Obhut seiner Eltern entzogen werden. Das BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) bestimmt, dass das Sorgerecht einem oder beiden Elternteilen durch das Familiengericht ganz oder teilweise entzogen werden kann, wenn das körperliche, geistige oder seelische Wohl des Kindes durch missbräuchliche Ausübung der elterlichen Sorge, Vernachlässigung des Kindes, unverschuldetes Versagen der Eltern oder das Verhalten eines Dritten gefährdet ist und die Eltern weder willens noch in der Lage sind, der Gefahr abzuhelfen.

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Hinweis: Die Inhalte auf dieser Webseite werden sorgfältig und mit wissenschaftlicher Unterstützung erstellt. Dennoch garantieren wir nicht die Vollständigkeit und Korrektheit aller Informationen. Wir empfehlen daher, sich im Falle von Beratungsbedarf stets an eine zuständige Stelle zu wenden.